V wie Vendetta (Gesamtausgabe zum Film)


V wie Vendetta ist tatsächlich eines der richtungsweisenden Werke im Comic bereich. Als Fan alternativer Realitäten hat das Werk bei mir natürlich gleich einen dicken Stein im Brett.
Die Charaktere sind vielschichtig und sehr realitätsnah, also das glatte Gegenteil zu den vielen 0815 Superhelden Schmonzetten der 70er bis 90er.
Was man bedenken sollte: die Gesamtausgabe hat 291 Seiten. Ich habe 3 Tage gebraucht, um es zu lesen.
Störend – aber im Stil der Hauptfigur V passend – fand ich die vielen Zitate und Anspielungen in einer überholt wirkenden Sprache. Was bei Sharespeare, Goethe und anderen natürlich nicht verwunderlich ist.
Die Zeinungen waren athmospärisch Dunkel.
Insgesamt ein Werk das man gelesen haben sollte – gerade im Zeitalter von „Anonymus“ sollte man von den Ursprüngen her mitreden können. Ich war nicht begeistert, aber neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

Nur ganz kurz der Inhalt:
London 1997. Nach einem Krieg – Afrika und Europa existieren nicht mehr. Durch das Wetter fallen Ernten aus, die Macht wird von faschistischen Gruppen und Konzernen ergriffen.
Evey, eine 16 Jahre alte beinahe Prostituierte wird vom maskiertem „V“ vor der Polizei gerettet.
V beginnt in seiner Guy Fawkes Maske einen Kampf gegen das Regime. Das nicht nur mit Gewalt sondern auch dem Eingriff in die Kommunikationsinfrastruktur des Regimes.

Kaufen, aber Zeit zum lesen mitbringen! V wie Vendetta: Der Kult-Comic zum Film (gibts auch für wenig Geld gebraucht)

Mehr über Guy Fawkes und den Gunpowder Plot: http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Fawkes
Mehr über Anonymus: http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_%28Kollektiv%29

Nicht gelesen, nur drüber gelesen: Frank Millers „Holy Terror“

Den Comic hab ich nicht gelesen, nur bis jetzt drüber gelesen: Frank Millers „Holy Terror“.

Irgendwie reicht mir das aber auch schon; auch die wenigen Vorschaubilder sind, … na nicht lockend.

Totaler Verriss:
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,794590,00.html

Differenzierte Kritik:
http://www.six-shooter.de/2011/10/frank-millers-holy-terror/

Ausführliche Kritik – mit 2 von 10 Punkten:
http://www.comicgate.de/Rezensionen/holy-terror-us-bjoern.html
Ich werd mir das Geld sparen und bestenfalls mal in ein paar Jahren aus reiner Neugier auf dem Flohmarkt oder bei iBäh für 3 Euro zuschlagen….
Frank Miller – Holy Terror

„The Boys“ von Garth Ennis

„The Boys“ ist für mich eine fantastische Entdeckung: unglaublich witzig, überraschend, tolle Zeichnungen. Und das beste: so stell ich mir die Superhelden vor, wenns sie wirklich gäbe.
Kurz der Inhalt
Eine geheime CIA Einsatztruppe mit dem Namen „The Boys“ überwacht die Aktivitäten der „Superhelden“ und schreitet ein, wenn diese es zu doll treiben. Was die Superhelden zu Superhelden macht ist eine bekannte Droge – deshalb gibt es auch immer mehr von ihnen. Diese Superhelden sind so wie man Stars im wirklichen Leben kennt: nach außen repräsentieren sie ein sauberes Image, im inneren geht es nur um Geld, Ansehen und Sex.
Neu bei the Boys ist Wee Hugie, der durch einen Superheldeneinsatz auf makabre Art und Weise seine Freundin verloren hat.

Das Boys-Motto: „Stets exakte Vorbereitung und Planung statt Kacke am dampfen und null Ahnung.“Schon lange keinen so guten Comic mehr in der Hand gehabt. Schade, dass ich ihn ausgelesen habe.
Kaufen! The Boys Bd.01: Spielverderber
Mehr kaufen! The Boys – eine Liste

Der ewige Krieg Band 1

Der ewige Krieg nach einem 1975 veröffentlichten Science Fiction-Roman von Joe Haldeman.
Kurz zum Inhalt:
In einer nicht allzu fernen Zukunft von heute aus gesehen führt die Erde Krieg gegen die Taurier. Sie schickt die besten Soldaten (IQ größer 150) der Erde in den Lichtjahre entfernten Kampf. Schon während der harten Ausbildung sterben viele Soldaten. Während dann für die Kämpfer nur 2 Jahre vergehen, vergehen aufgrund der Reise mit Lichtgeschwindigkeit auf der Erde 25 Jahre. Dadurch wird der Heimatplanet für die Soldaten immer fremder.

Der Roman scheint interessant und spannend zu sein, jedenfalls gewann er Hugo Award, Nebula Award und dem Locus Award. Der Comic ist stark textlasig – ich habe noch selten so viele Buchstaben auf einer Seite gesehen wie hier. Das muss nicht schlecht sein. In diesem Fall wollte man aber zu viel Information und nähe zum Roman im Comic transportieren. Das ist eigentlich schade.
Ich werde mir auf jeden Fall mal den Roman besorgen, der Comic war nett, hat mich aber vor allem wegen der Zeichnungen und der Textlastigkeit nicht gerade umgehauen.

Der Comic ist nett: Der ewige Krieg I. Die Tauren
Ich glaub, der Roman ist besser: Der ewige Krieg: Roman

Die schwarze Trilogie Bd 1


Desillusionierte Anarchisten-Romantik aus dem Frankreich der 20er Jahre nach den Romanen von Léo Malet.
Zum Inhalt: Jean ist politisch engangiert. Um für streikende Bergarbeiter Geld zu bekommen begeht er mit anderen einen Banküberfall, der blutig endet.
Auch seine politischen Ideale werden enttäuscht: die Vertreter der Bergarbeiter weigern sich, das „Blutgeld“ anzunehmen. Nach und nach geraten Jean und seine Freunde immer weiter ins Abseits.
Band 1 – Band 2 und 3 werde ich zügig auch noch lesen – überzeugt in allen Punkten. Die Zeichnungen sind passend zur Geschichte und sehr klar. Stimmung und Sprache runden die düstere Geschichte ab. Die Figuren sind glaubwürdig, der historische Hintergrund passt.
Den Band 1 legt man nur ungern aus der Hand.

Oh ja, bitte; Sammelband mit Band 1 – 3: Die schwarze Trilogie

Albatros Bd. 01: Shanghait


»Albatros« ist das Erstlingswerk des Zeichners Vincent.
Zum Inhalt:
Eine nicht namentlich genannte Hafenstadt am Ende des 19. Jahrhunderts wird von  Seevögeln terrorisiert.
In einem Nachtclub arbeitet die minderjährige Ombeline als Tänzerin. Nach einem Schlag mit einer Flache auf dem Kopf des Gouverneurs flieht sie zusammen mit einer anderen Tänzerin. Sie landen auf einem fliegenden Schiff namens Albatros.

So unzusammenhängend wie die kurze Inhaltsangabe kam mir auch der Comic vor. Nett gezeichnet, im Ansatz interessant, hat sich mir der rote Faden im Band nicht so wirklich erschlossen. Zugegebenermassen ist es nunmal Band 1 – Band 3 ist 2008 erschienen – und eine sukzessive Erläuterung der Hintergründe und Geschichten der Figuren ist wahrscheinlich. Grade ein erster Band sollte aber den Leser neugierig auf die weitere Serie machen. Das hat hier nicht funktioniert.

Schön find ich die Zeichnungen: die Farben sind leicht düster gehalten passend zur Story.

Ganz nett: Albatros Bd. 1 : Shanghait