Disneys Lustiges Taschenbuch

Als ich endlich groß genug war – so mit ca. 30 – konnte ich mir einen Kindheitstraum erfüllen: ein Abonnement des Lustigen Taschenbuchs (LTB).
Als Einstiegsdroge kennen das die meisten: für rund 2,50 – 5 D-Mark je nach Einstiegszeitpunkt. Dafür gabs dann 250-300 Seiten Comics im A5 Format. Zu Anfang – also irgendwann in der 1970ern – war nur jede zweite Seite farbig, was dem ganzen im nachhinein betrachtet immer noch Charme gibt.
Und es erschien immer abwechselnd – jedenfalls kommts mir rückblickend so vor – ein Micky Maus LTB und ein Donald Duck LTB. Jeweils ausschliesslich mit Geschichten aus der einen oder anderen Welt. Wie die meisten anderen vermutlich habe ich gezielt hauptsächlich die Donald-LTBs gekauft. Sie sind jedenfalls in den alten Ausgaben deutlich in der Mehrzahl.
Den kleinen klugscheisser Micky konnte ich nie leiden und Goofy war zwar lustig, aber dann doch zu doof.

Vor ca. 6 Monaten habe ich dann mein jahrelanges Abo des „Lustigen Taschenbuchs“ von Disney gekündigt.
Bis heute habe ich das nicht bereut, denn es liegen immer noch original verpackt/verschweisst die letzten 6 Ausgaben im Regal rum. Und ich hatte noch gar keinen Bedarf, das zu ändern.

Nicht nur Geschmäcker ändern sich – die Geschichten waren irgendwann wirklich schon zum 5x mal erzählt mit selben Protagonisten und Handlungsverläufen. Und die unsäglichen, peinlichen und an den Haaren herbeigezogenen Sonderausgaben zu Themen wie Olympia und Fussball-WM liefen mehr unter Werbung und Volksverdummung als Unterhaltung. Dafür hätte man bezahlt werden müssen, anstatt auch noch deutlich über 5 Euro dafür auszugeben.

Dafür kann man bessere Comics kaufen!

Mehr zum Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Lustiges_Taschenbuch

spon.de: Kaputte Kerle können’s besser

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Warum denn immer Superhelden? In Film und Fernsehen sind stets die gleichen Comic-Charaktere zu sehen: Spider- , Bat- oder Iron-Männer. Wie wäre es mal mit einer kaputten Prügeltruppe, einem New Yorker Bürgerkriegsreporter oder einem schizophrenen Rachegott? Hier sind unsere Traumtypen.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/deadpool-matty-roth-dmz-diese-comic-helden-wollen-wir-im-kino-sehen-a-851160.html

spon.de: Heldinnen für Kino und TV: In der Welt der Wunderfrauen

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Liebe Spider-Bat-Iron-Männer, ihr ödet uns an. Das Comic-Universum ist groß und bunt genug, Hollywood sollte endlich auf neue Film- und TV-Helden setzen. Oder besser: Heldinnen. Eine Vampirjägerin stünde bereit, mordlustige Feministinnen auch. Hier unsere Damen-Wahl.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/vampirella-wonder-woman-diese-comic-heldinnen-wollen-wir-im-kino-sehen-a-846293.html

spiegel.de: Science-Fiction-Legende US-Autor Harry Harrison ist tot

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Comic-Zeichner, Science-Fiction-Autor, Antikriegsliterat: Harry Harrison wurde mit der Romanvorlage des Films „Soylent Green“ berühmt, Fans und Freunde lieben seine ebenso zwielichtigen wie liebenswerten Charaktere. Jetzt ist der legendäre US-Schriftsteller im Alter von 87 Jahren gestorben.

www.spiegel.de/kultur/literatur/science-fiction-autor-harry-harrison-ist-tot-a-850285.html



P.S.: Im Artikel wird die Figuar Jim DiGriz mit Han Solo verglichen. Das ist ‚interessant‘ – beide haben soviel miteinander zu tun wie John Belushi und Mick Jagger. Die machen beide auch irgendwie Musik bzw. haben das gemacht.

Gon

Gon
Klassischer Fall von „Na, ob das was taugt?“.

Ja, das taugt was. Gon ist ein kleiner Dinosaurier mit unglaublichen Kräften, der mit anderen Tieren Abenteuer erlebt.

Im Comic gibt es praktisch keinen Text – die ganze Handlung wird in schwarz-weißen Bilder erzählt. Und das ist kein Verlust oder Hindernis. Durch die wirklich großartigen Zeichnungen von Masashi Tanaka geht nicht nur nichts an der Handlung verloren – man entdeckt immer neue Details.
Gon, der kleine Dino, ist ein garstiger kleiner Kerl, der immer erst einmal die Beobachterrolle einnimmt, um das Verhalten der anderen Tiere zu betrachten. Und sich dann umso vehementer einzubringen. Dabei scheut er auch nicht vor dem heftigen Quälen des Löwen oder anderer Tiere zurück. Im Laufe der jeweiligen Geschichte erkennt man dann, warum Gon das macht. Und schließt ihn ins Herz.

Ganz besonders begeistert bin ich von den Zeichnungen von Gon selbst – er sieht einfach garstig aus.
Für Gon gab es mehrere Auszeichnungen, zum Beispiel 1998 den Eisner Award in der Kategorie Best U.S. Edition of Foreign Material.
Mehr über den Autor: http://de.wikipedia.org/wiki/Masashi_Tanaka (leider nicht viel mehr)
Die Geschichte „Gon and his Adventures with a Lion“ kann man legal online ansehen, die Scan-Qualität ist allerdings nicht besonders: http://madcool.com/mc/comics/gon/l1.htm

Kaufen, aber sowas von: Gon, Band 1

Alle erschienen GON-Bände

Gratis Comic Tag 2012 – Review Teil 1

Ein paar Notizen zu einzelnen Comics des Gratis Comic Tags 2012.

Akuma to Love Song (Kazé)
Ein hauptsächlich schwarz-weisser Manga um eine Schülerin, die an eine neue Schule kommt. Man hat sie aus ihrer alten Schule, der St. Katria rausgeworfen.
Die Story war vermutlich auch Manga-klassisch und nicht so wirklich meine, aber ganbz ok. Ich mag halt Mangas nicht wirklich.
Untertitel: Böse Mädchen haben keine Lieder
Sehr sehr schön gezeichnet und netterweise vorne (für Manga-kundige also hinten) eine kleine Anleitung wie man Mangas liest.

Aldebaran 1: Die Katastrophe (Epsilon)
Die Menschheit hat den 64 Lichtjahre von der Erde entfernten Planeten Aldebaran 4 kolonisiert. Hundert Jahre später geht das zweite Kolonisierungsschiff verloren und der Kontakt zur Erde reist ab. Die Kolonisten sind  auf sich allein gestellt und die seltsamsten Dinge passieren. Ungeheuer tauschen am Strand auf um zu sterben, Fischer fangen keine Fische mehr im Meer und ein seltsamer Fremder taucht in einem Fischerdorf auf und versucht, die Bewohner zur Flucht zu überzeugen.
Die Zeichnungen scheinen mir ein wenig holzschnittartig und das Licht/Schattenspiel, zum Beispiel auf den Gesichtern, ist ein bisschen übertrieben.
Die Geschichte ist recht spannend, entwickelt sich aber etwas langsam für meinen Geschmack.

Blue Evolution Vol. 3 Nr. 1 „Übergang“ (TheNextArt)
Tja, der Gratis Comic ist der dritte Band aus der Blue Evolution-Reihe, was das reinkommen in die Geschichte ein wenig schwer macht. Schade eigentlich. Denn Zeichnungen, Stil und sogar der Lettersatz gefallen mir hier wirklich gut. Auch die Geschwindigkeit der Geschichte hat was. Fängt mit Beziehungen und Depressionen an und wird dann schnell zum abgedrehten Fantasy-Spektakel. Also wirklich empfehlenswert.

Blue Exorcist (Kazé)
Der wilde Rin wird von Ziehvater Fujimoto großgezogen.Doch plötzlich taucht Rins richtiger Vater auf: der Leibhaftige selbst.
Noch ein Manga, also wieder von hinten nach vorne lesen. Schwarzweiss. Die Zeichnungen hätten eher zu einem Funny gepasst, aber ich habs auch einfach nicht so mit Manga.

Bongo Comics für umme! (Paninicomics)
DA SCHLÄGT MEIN HERZ HÖHER. Ein echter Simpson-Comic mit neuen Stories. Muss man (also ich) unbedingt haben. Drei vollständig abgeschlossene Geschichten in der Simpsons-Welt.

  • Superhelden werden in Springfield verboten: Stretch Dude (Bart), Clobber Girl (Lisa) und Bouncing Battle Baby (Maggie) müssen kreativ werden.
  • Bart geht in Stink-Streik wegen eines Fernsehverbotes
  • Bongo-Praktikant Jake führt den Leser in die heiligen Comic-Hallen von Matt Groening.

Comic Girls! (Tokyopop)
Ein Comic nur für Mädchen? Mit Nichten. Ich hab die Geschichten gerne gelesen und bin keines.
4 verschiedene „für-Mädchen Comics“ kann man (leider nur an-) lesen:

  • Lou! von Julien Neel
  • Ernest & Rebecca von Guillaume Bianco (Storyboard) und Antonello Dalena (Zeichnungen)
  • Sybil, die Taschenfee von Michel Rodrigue (Storyboard) und Antonello Dalena (Zeichnungen)
  • Hey, Schwester! von Cazenove (Storyboard) und William (Storyboard & Zeichnungen)

Alle haben Charme und sind auch nett gezeichnet, wobei mir Lou! am besten gefallen hat. Auch wenn die Pointen meist absehbar waren.

 
Cosa Nostra (Schreiber & Leser)
Ich mag ja Mafiageschichten, und schn die erste legt schonmal gleich stilvoll und spannend los.
Eine fesselnde Geschichte um 1000 Dollar und berühmte Namen wie Lucky Luciano im New York des Jahres 1909.
Dynamischer Stil, Zeichnungen passend zur Geschichte und angelehnt an wahre Begebenheiten.
Die zweite Geschichte des Bandes – Ladies Night – handelt von einem Rachefeldzug nach einem Mord und der Beseitigung einer Leiche.
Am Ende des bandes gibts icht nur Werbung für weitere Veröffentlichungen des Verlages, sondern auch eine kleine Legende mit Erklärungen zu Personen und Begriffen.
Erwan Le Saëc (Zeichner) und David Chauvel (Szenarist) haben hier einen echtes kleinen Leckerbissen abgegeben, der Lust auf weitere ihrer Werke macht.

Der Vampir von Benares (Ehapa Comic Collection)
Ein Mann wird zusammengeschlagen und in eine Bauruine geworfen, in der Affen leben. Als er wieder zu sich kommt wird er von einem Affen angegriffen – er tötet den Anführer der Affenbande.
Szenenwechsel: ein Journalist besucht Benares und … ach, egal.
Die Zeichnungen sind klischeehaft, auch das Verhalten der Protagonisten ist wie aus dem Schundroman.
Ne, lass mal, hat mir nicht gefallen.

Die Katze des Rabbiners (Avant)
Eine Katze, die sprechen kann, weil sie einen Papagei gefressen hat. Soweit ok. Auch noch ok, dass sie schlaue theologische Gespräche mit dem Rabbi und dem Rabbi des Rabbi führt – wenn man sowas mag. Ganz lustig. Nicht ok sind die Zeichnungen und vor allem das Lettering. Wenn man schon keine schöne oder wenigstens gut lesbare und saubere Handschrift hat sollte man das doch jemand mit einer solchen machen lassen. Odre halt einen Computer dafür nutzen.
Ich glaube, als Kurzgeschichte fänd ich das kurzweilig und nett, als Comic ist es doch ein wenig unschön.
Die Comicreihe wurde auch verfilmt:
http://www.meinkino.ch/TopFilme/Le-chat-du-rabbin-Die-Katze-des-Rabbiners.html

to be continued…