Deutsches Comic-Zentrum heisst angeblich Prenzlauer Berg

Niedlich: die Prenzlauer Berg Nachrichten behaupten „Deutschlands Comic-Zentrum heißt Prenzlauer Berg“.
Möchte mal wissen, wieviele Regionalblätter das auch noch behaupten. Mein Tipp wäre der Raum Köln.
Dank Internet kann man die Lokal-Lobhudelei ja überall lesen.
Ansonsten ist der Artikel durchaus interessant:
http://prenzlauerberg-nachrichten.de/kultur/kulturnachrichten/_/comic-hochburg-prenzlauer-berg-fil-17940.html

Schülerwettbewerb: Deutsch-französische Freundschaft im Comic

Der Klett-Verlag schreibt den Schülerwettbewerb „La vie en BD“ unter dem Motto „50 Jahre Elysée-Vertrag“ aus. Leitthema in diesem Schuljahr ist die deutsch-französische Freundschaft – passend zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages am 22. Januar 2013. Teilnehmen können Comics (bande dessinée – BD), die auf maximal einer A3-Seite eine Geschichte zu diesem Thema darstellen.
Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen aus der ganzen Bundesrepublik sind eingeladen, ihre Zeichnungen einzusenden.
Die ausführlichen Teilnahmebedingungen und den Teilnahmebogen für „La vie en BD“ 2012/2013 gibts im Internet unter www.klett.de/bd.
Teilnahmeschluss ist der 15. Januar 2013.

Die Welt von Lucie 01: Und warum nicht die Hölle

Diese Comic startet mit einem Elternalptraum: Die kleine Margaret wird im dicksten Weihnachtsgeschäft im Kaufhaus nur kurz aus den Augen gelassen. Plötzlich gerät durch einen Brandanschlag das Kaufhaus in Flammen. Der Brand und fordert Hunderte von Toten.
An dieser Stelle wollte ich den Comic schon fast wieder weglegen, zu beklemmend ist dieses Szenario gezeichnet.
Margaret überlebt unverletzt, obwohl sie sich mitten in der Katastrophe befindet. In einem Koma liegend wird Sie in Krankenhaus eingeliefert.
Während einer hypnotischen Untersuchung wird festgestellt, dass sie die Szenen des Brandes immer wieder durchlebt – und dass sie plötzlich russisch spricht: sie verlangt, dass man ihr eine Tür öffnet.
Die Story ist komplex und springt zwischen verschiedenen Personen und Orten hin und her, die Geschichte entwickelt sich langsam und man braucht einige Zeit, um sich einzulesen. Bei fast 150 Seiten hat man auch genügend Gelegenheit dazu.
Die Zeichnungen sind nicht sehr detailliert und wirken leicht verschwommen, sind aber noch ganz ok.
Insgesamt: Parapsychologie ist nicht so ganz meines, aber alleine schon die Seitenzahl und die doch anspruchsvollen Handlungsverzahnungen machen einen netten Lesenachmittag möglich.

Die Welt von Lucie 01: Und warum nicht die Hölle…

Subjektive Bewertung:

Die Ewigen Band 1

Nachdem ich nun 3 verschiedene Comics in der Hand gehabt und wieder wegen langweiliger Story, schlechten Zeichnungen oder nervigen Charakteren weggelegt habe, gabs heute Abend wieder was spannendes: Die Ewigen Band 1 von Yann (Autor) und Felix Meynet (Zeichner).
Es geht verwirrenderweise mit den Zwergen von Schneewittchen los, und man denkt „Was ist denn das?“.
Kurz darauf eine Explosion, ein starker Auftritt einer schönen Frau a la Lara Croft … alles auf den ersten Seiten. Das ist mal ein fetter Einstieg.
Dann der Wechsel: Paris, lange Zeit später: eine junge Frau, Uma, versucht Selbstmord zu begehen und wird in letzter Minute gerettet.

In diesem Tempo gehts weiter. Macht richtig Spass und wer Spionagegeschichten mag wird auf seine Kosten kommen.
Natürlich sind die Frauen viel zu schön und die Action immer ein klein wenig zu übertrieben. Alleine der Handlungsteil, dass
– eine wunderschöne junge Frau „mal wieder“ Selbstmord wegen einer unglücklichen Beziehung begehen will,
– im letzten Moment von ihrem homosexuellen Freund gerettet wird
– um dann kurz darauf wie gewohnt zur Arbeit zu fahren um dort ihrem Beruf nachzugehen
– aus Schädeln die Gesichter der Verstorbenen zu rekonstruieren …
zeigt schon, dass hier viel Wert auf Action und Spannung gelegt wird und die Realität eher nebensächlich ist.
Aber es wird auch dadurch wenigstens nicht langweilig.

Band 1 endet mit einem dicken Cliffhanger.

Gern gelesen: Die Ewigen, Bd. 1, Uma

Subjektive Bewertung:

Mad Dog Comics – Comics auf dem Handy

Witzig, wie eines zum anderen führt. Erst hat Amazon den neuen Kindle rausgehauen und auch die Online Bücherei. Dann lasse ich mich lang und breit drüber aus, wie das für Comic-Sammler am besten aussehen würde und schwafel was von Riesen-Pads um Comics zu lesen … da stolpere ich doch glatt über einen Anbieter, der das Comics lesen auch auf kleinen Bildschirmen möglich macht.

Bei Mad Dog Comics kann man für verschiedene Plattformen einen eigenen Comic-Reader herunterladen: Sowohl für IPad/Phone als auch Android, und natürlich kann man auch auf dem Computer die Comics lesen.

Besonders spannend fand ich, dass man sich die Comics anscheinend auch vorlesen (vorlesen!) lassen kann. Das hat aber leider nur beim ersten mal im Browser geklappt, seit dem bekomme ich das nicht mehr hin. Ist wohl auch nur bei wenigen Comics möglich, aber beim von mir gehörten waren es offensichtlich professionelle Sprecher und Sprecherinnen.

Es sind einige kostenlose Angebote vorhanden, man kann sich also selbst in Ruhe von Qualität und Usability des Systems überzeugen. Die Preise bewegen sich ansonsten zwischen coolen 79ct bis hin zu den üblichen Buchhandelspreisen.

Auf dem Handy

Die App fürs Handy ist knapp 3MB groß. Die Installation und Ersteinrichtung (Registrieren/Einloggen) sind einfach. Allerdings scheint die Android-App nicht sehr stabil zu sein. Mir ist sie beim ersten Start gleich wieder abgestürzt.

Der Download der Comics ist natürlich einfach: draufklicken, „habenwill“, bezahlen über den Google Market (heisst jetzt ja: Google Play) und fertig. Per mail kommt dann noch die Bestätigung.
Dann wirds durchdacht: ähnlich wie bei Amazon die mp3 liegen die Comics dann nicht nur auf dem handy, sondern auch in der Cloud rum. D.h. alle gekauften Comics sind Online, man kann sie sich jederzeit wieder runterladen.

Großer Comic – kleines Display?

Das lesen ist der nun eigentlich richtig interessante und wichtige Teil.

Von Hand werden einzelne Comic-Seiten vom Anbieter unterteilt, so dass man mit einer „Wisch“-Bewegung von einem Bild zum nächsten kommt. Ganz charmant mit dezenter Überblendung. Und sogar in der richtigen Reihenfolge, wenn die Geschichte eher unten rechts als unten links weitergeht.

Also überraschend einfach und gut.

Was fehlt noch?

Schön wären ein paar Hintergrundinfos auf der Web-Seite, eine technische und kaufmännische FAQ würde auch helfen. Oder wie wärs mit einem Forum?

Während meiner Besuche heute gabs ausserdem dauernd Serverprobleme. Vielleicht würde da ein Anbieterwechsel helfen, denn ein Server-Down ist wie ein Laden-zu: man verkauft nix.

Hintergründe & Fazit

Mad Dog ist in der Startup-Phase, also wer will kann sich noch bis maximal Ende November finanziell beteiligen: https://www.seedmatch.de/startups/maddog-comics
Unter der Adresse gibts auch noch weitere Infos zu den Hintergründen.

Mein Fazit: ja, so könnte die Zukunft aussehen – Star Trek rückt immer näher.

Wahrscheinlich wirds ein kleiner Erfolg, einer der großen Verlage kupfert das ab und kauft im Idealfall die Jungs von Mad Dog samt Laden einfach auf.
Wir Comic-Sammler können dann bald ungezählte Regalmeter anderen Dingen zur Verfügung stellen. Und Mutti kann nie wieder kistenweise Comics wegwerfen, denn die liegen sicher in der Cloud und wir laden sie einfach wieder runter.

Na gut – einige Comics möchte ich weiterhin auf Papier haben. da fehlt mir dann immer noch der „Diesen Comic gedruckt kaufen“ Button am Ende des Comics.

 

Subjektive Bewertung:

Yps 1258 – gelesen

Das wieder aufgelegte Yps 1258

Das neue Yps – künstlerisch verfremdet

Ehapa hat tatsächlich das wohl mittlerweile endgültig vergriffene Yps-Heft tatsächlich geliefert, und natürlich war ich zu dem Zeitpunk, als das DHL Paket (!) ankam nicht zuhause. Und als ich zuhause war war der Nachbar, der das Paket in Empfang genommen hatte, leider nicht mehr da.
Also soweit wie immer.

Heute kam ich endlich dazu, das neue, wieder erschienene Yps zu lesen.
Natürlich hat es mit dem Yps, wie ich es kannte, nicht mehr wirklich viel zu tun.

Gefühlte 70% bestehen aus „hach was war das damals schön“ Berichten, und das Produktplacement diverser Firmen ist wirklich augenfällig.

Schade fand ich, dass die wenigen Comics, die abgedruckt wurden, nur Reprints sind. Da hatte ich auf frischen Stoff gehofft, gerne auch von anderen Zeichnern, die sich mal Yps oder Pif oder andere bekannte Figuren vornehmen.

Ausgerechnet „Hombre“ war auch drin, den fand ich damals schon nicht so doll.

Die Berichte „Wie werde ich jetzt noch Spion“, „Zaubertricks“, „Geschichte von Computer vs. Spielkonsolen“ etc. verbuche ich unter „nett“. Die wären für andere „Männermagazine (Zielgruppe der 30-45 jährigen) zu seicht und harmlos gewesen. Aber seicht und harmlos hat in dieses Yps reingepasst.
Auch die Interviews mit Nehberg, Höpfner und „Albatross“ Gross waren Standard-Interviews, die vermutlich nicht extra geführt werden mussten.

Ganz interessant fand ich die Chronik wann Yps erschienen ist, wann das Verkaufsverbot wegen den Solar-Zeppelin war und so weiter. Autor ist der Betreiber der grossartigen Ypsfanpage Dominik Scherer. Also einer der wirklich weiss, wovon er schreibt.

Comic-Entdeckung hatte ich auch eine: Pondus. Der trifft meinen Humor. Schade, dass es von dem nichts auf deutsch zu kaufen gibt.

Insgesamt: schön das ich es gekauft habe. Wenn der Solar-Zeppelin als Gimmick beiliegt werd ich mir die nächste Ausgabe vielleicht auch noch kaufen. Aber ansonsten lohnt es sich nicht. Da geh ich doch lieber auf dem Flohmarkt nochmal alte Hefte jagen, die ich noch nicht kenne, und schwelge dann in Erinnerungen.

Subjektive Bewertung:

Clockwerx 1 – Genesis


Clockwerx – Genesis ist ein Comic aus der Kategorie Steampunk. Sehr detailliert, wunderschön gezeichnet.
Er zeichnet sich aus durch eine dichte, actionreiche Story (natürlich wie bei Steampunk meist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen). Das Comic-Pendant zu Popcornkino: tolle Bilder, aber man sollte über die Story nicht unbedingt nachdenken. Wenn man mag kann man die Geschichte mit der Handlung des Films „Wild Wild West“ vergleichen.
Den Einstieg fand ich sehr stark, netterweise kann man sich den auch online ansehen.
Anlesen: http://www.splitter-verlag.eu/clockwerx-bd-1-genesis.html
„Genesis“ ist der erste Teil eines Zweiteilers

Zum Inhalt:
London im 19. Jahrhundert. In den Londoner Docks des 19. Jahrhunderts verschwinden Dockarbeiter. Während der Untersuchungen entwickelt sich eine Geschichte eines Krieges zweier Organisationen. Der Konflikt dreht sich um Steine Namens Luzifernum. Diese haben die Eigenschaft Maschinen anzutreiben, Sie brennen besser als jede Kohle.
Ziel einer Konfliktpartei, der Organisation „Golden Shell“ ist es, mit einer Tunnelbohrung an das Hauptvorkommen von Luzifernium zu gelangen, das (natürlich) unter dem Tower von London liegt. Damit soll das weltweite Monopol der Energieerzeugung erreicht werden.
Gegner ist eine Gruppe von Söldnern, ausgestattet mit Riesenrobotern. Den so genannten Clocks.

Wie gesagt: Nicht drübernachdenken …

Für den unterhaltsamen Nachmittag: Clockwerx 01 – Genesis

Peter de Smet – Der General

Harmlos klamaukiger satirischer Comic um einen größenwahnsinnigen General, der immer wieder vergeblich versucht, ein Fort zu erobern.
Protagonisten sind:

  • der General, der aus welchem Grund auch immer versucht ein Fort zu erobern. Im Stil deutlich als Deutscher erkennbar.
  • Der Professor, ein Mitarbeiter des General.
  • Ein Verkehrspolizist, der immer unter den skurrilen Einfällen des General leiden muss. Einmal wird er von einem Elefanten plattgedrückt, ein andermal aus nächster Nähe von einer Kanone beschossen.
  • Der Marshall, der das Fort verteidigt. Eindeutig britisches Militär.

Der General ist eine Mischung aus „Die Sturmtruppen“ (der Wahnsinn des Krieges in seiner ganzen Deutlichkeit) und „Isnogud“ (ich will Kalif werden an Stelle des Kalifen).
Die Geschichten hängen nicht wirklich zusammen.
Eine Comic, den man bedenkenlos im Urlaub an den Strand mitnimmt. Harmlos, ulkig, man braucht wenig nachzudenken und er kann ruhig mal feucht oder voller Sand werden.

Für den Sammler eher weniger interessant. Vielleicht mal was, um mal die große Sammlung belgischer Comics durch einen niederländischen zu erweitern.

Peter de Smet (* 4. Juli 1944 – + Amsterdam, 6. Januar 2003) war ein niederländischer Comic-Künstler und Werbegrafiker. Der General ist seine bekannteste Comicreihe.
Auf deutsch sind zwischen 1990 und 1991 nur 3 Bände erschienen, im niederländischen Original wohl 14.

Würde ich für höchstens 1,50 Euro beim nächsten Flohmarkt mitnehmen, für ein paar Cent bei Amazon kaufen: Der General, Band 1: Mit Macht an die Macht
oder man macht bei Ebay mit ein bisschen Glück ein Schnäppchen.